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Täuschungen : historische Novelle / von Heinrich Koenig
Entstehung
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ja mit Vorſicht zu Werk! Jetzt nur keine Szene! Nehmen Sie Ihre Gemahlin für leidend an, und gönnen ihr ein paar Tage auszuruhen. Berufen Sie dieſelbe ja noch nicht auf ihre Hoffnung! Sie würde Ihnen nicht verzeihen, wenn Sie ſo Erfreu⸗ liches nicht zuerſt von ihr ſelbſt vernommen hätten.

Der Graf, von dieſen Andeutungen betroffen, gab nicht ohne Selbſtüberwindung nach. Er that noch einige Fragen wegen der künftigen Lebens⸗ weiſe ſeiner Gemahlin jund entließ dann den Atzt, indem er ihn bis an die Treppe begleitete. Ich ver⸗ reiſe auf einige Tage, ſagte er. Leben Sie wohl! Auf Wiederſehen! Dem hier harrenden Diener trug er mit bedeutſamer Freundlichkeit auf, das für ſeine Perſon allein auf einige Tage Nöthige zu packen, und begab ſich dann zu ſeiner Gemahlin, ihr zu ſagen, daß er ſie hier zurück laſſen wolle, weil es ihm der Atzt ſehr angelegentlich empfohlen habe.

Sie mißverſtand das Lächeln, womit dieſe Worte begleitet waren, und erklärte, daß gerade