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Täuschungen : historische Novelle / von Heinrich Koenig
Entstehung
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ja mit der Gelegenheit dazu entgegen, und es galt nur dieſe Gunſt zu ergreifen. Wer konnte wiſſen, welch ein Lebensglück ihm auf dieſem Wege be⸗ ſchieden war!

Indem er dies alles während der Rede der Gräfin mehr empfand, als klar bedachte, antwortete er auf ihre letzte Frage:

Zu jung, meine gnädige Gräfin? Vergebung! Vielmehr gerade jung genug, um Das, was ein älterer Arzt vielleicht mit Mißtrauen aufnehmen oder mißverſtehen würde, mit dem Einblick einer lebhaften Sympathie zu begreifen. Um mir aber als Arzt genug zu thuzg ſo erlauben Sie mir Ihren Puls!

Er konnte nicht laſſen, Hand und Arm, die er erfaßte, in ihrer muſterhaften Form mit einer Ge⸗ berde der Bewunderung zu betrachten. Die Gräfin trat mit unwilliger Bewegung zurück, und nahm ihren Sitz wieder ein. Rivière folgte ihr mit den Worten:

Nein, meine Gnädige, Sie dürfen in dieſer Gemüthsbewegung nicht reiſen. Ich werde es dem