wiſſen, daß es Zuſtände gibt, in denen man eben doch nicht reiſt. Faſſen Sie eine gute Meinung von meinen Empfindungen und verbieten Sie mir das Reiſen. Erklären Sie das dem Grafen. Oder, ſind Sie zu jung für dergleichen— 2
Sie erröthete und ſchlug den fragenden Blick nieder, ja ſie vermochte nicht ſitzen zu bleiben und trat mit ſtürmiſcher Bruſt an's Fenſter.
Während die ſchöne Frau, aus innerer Be⸗ wegung ſo mit ſich kämpfend, Ton und Farbe wech⸗ ſelnd ſprach, ſpielten dem Arzte die wunderlichſten Gedanken und Vermuthungen mit. Er überzeugte ſich auf weitere Fragen mehr und mehr, daß ſie wirklich nicht krank ſei; auch gab er bald wieder auf, was er bei den von ihr gebrauchten Ausdrücken von einem Zuſtande, der ihrem Manne kein Räthſel ſein könne, ſich zuerſt vorgeſtellt hatte. Eine wiſſenſchaftliche Arbeit, mit welcher er ſich eben beſchäftigte, hatte ihn zuerſt auf die Vermuthung eines hoffnungsvollen Zuſtandes der Neuvermählten gebracht. Nun ſchien es ihm doch mehr ein Ge⸗ müths⸗ ein Seelenzuſtand zu ſein. Er zweifelte


