ſtets den unbefangenen Blick vor. Uebrigens hat es der Graf auch gar nicht verſucht.
Es mußte in der Haltung des jungen Arztes oder in ſeinen Blicken etwas liegen, was die Dame bewog, ſich ſitzend außzurichten und ihm einen Stuhl anzuweiſen.—— Ich bin gar nicht krank, ſagte ſie, indem ſie mit dem Schnupftuche in den zarten Händen ſchmerzliche Empfindungen ihres Innern zu verwinden ſchien. Ich glaube nicht krank zu ſein. Aber ich bin unwohl, erſchöpft, angegriffen.— Wir haben fatale Wege gehabt,—— mancherlei Eindrücke—. Ich glaube nur Ruhe zu bedürfen und— Lieber Doktor, ich bin nicht in der Ver⸗ faffung mich zu expliziren. Mein Mann drängt mich ſo—. Aber ich kann jetzt durchaus nicht mehr
vertragen, als ich ſchon—. Mein Mann weiß ja doch,— er kann ſich ja doch ſelbſt den Zuſtand denken, in den er mich—. Und dann auch die
Umſtände,— und kann mir ein paar Tage gönnen — Ich bin wahr, ſehen Sie! Ich liebe die Wahrheit, ich will wahr ſein und Niemanden täu⸗ ſchen,— ich! Alſo krank bin ich nicht: aber Sie


