Was fehlt der Frau Grüſin?
Der Arzt fand in dem Zimmer, das ihm der Diener vom Gang her öffnete, die Gräfin auf dem Kanape ruhend hingeſtreckt. In dieſer Lage, worin ſie jedenfalls reizend ausſah, ließ ſie ſich auch nicht ſtören, und der junge Mann, ſonſt ſehr em⸗ pfindlich für die Art, wie man ihn empfing, nahm es eben ſo wenig für eine Unachtſamkeit gegen ihn, ſondern für Unwohlſein oder Ermüdung einer etwas verwöhnten Dame.
Was hat Ihnen denn mein Mann über mein Befinden beigebracht? fragte ſie mit einem miß⸗ trauiſchen Aufblick, ſobald der Arzt ſich über ſein Erſcheinen erklärt hatte. Ich will ſagen, ſetzte ſie raſch ſich beſinnend hinzu,— was hat er Ihnen — in ſeiner Sorgfalt für mich— mitgetheilt?
Gnädige Gräfin erwiderte er, ich pflege mich nie voraus einnehmen zu laſſen, ſondern behalte mir


