Teil eines Werkes 
11. Th. (1828) Sämmtliche dramatische Werke
Entstehung
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Das Schreibepult,

Soph. Herr Philoſoph! Setze er ſich hinter den Schreibtiſch und verſuche er es, die Thoren durch Sen⸗ tenzen zu bekehren. Genug, es bleibt dabey: in dem Hauſe der Graͤfin mache ich dem Herrn Fähnrich einen tiefen Knix, hier aber iſt er mein lieber Bruder Karl,

Fähnr. Hier und uberall!

Soph. Baſta, mein Herr! Was in der Wekt ſich ſchickt,— was man thun und nicht thun darf,— das muͤßt Ihr Adamsſoͤhne erſt von uns Evenstöchtern lernen.

Fähnr. Cͤchelnd) Doch nur, wenn ihr nicht ver⸗ liebt ſeyd?

Soph. Richtig angemerkt! und nun, beſte Mutter, hier iſt ein kleiner Beytrag—(druͤckt ihr ein Paar Goldſtücke in die Hand.)

Räthin. Schon wieder?

Soph. Die Gräfin ſchenkte mir geſtern ein abge⸗

legtes Kleid,— das habe ich heute an einen Iuden verkauft.

Raͤthin. Gutes Mädchen! Du gehſt ſelbſt ſo ein⸗ fach gekleidet— 3

Soph. Aber reinlich— nicht wahr?

Fähnr. Sehen Sie, liebe Mutter, Sophie beſchämt mich. Sie thut weit mehr, als ich.

Räthin.(Gzu Sophien) Eben brachte er mir ſeine halbe Gage. (Sophie nimmt den Bruder beym Kopf und kuͤßt ihn.)