oder die Gefahren der Jugend. 13
Herrm.(ſcherzend) Soll ich etwa durch meine Frau die Zahl Ihrer Liebſchaften vermehren?
Dieth. Pfuy, Herrmann! Das war nicht S. Ich meinte es gut.
Herrm. und ich ſcherzte nur. Ihre Geſinungen haben mir wohl gethan. Gott erhalte Sie dabey. Er fuͤhre Ihnen ein braves Mädchen zu, und Sie ſind geborgen. Gern will ich dann fuͤr Sie arbeiten, und wenn ich nicht mehr ſchreiben kann, ſo will ich Ihre Kinder wiegen.(ab.)
Vierte Scene. Diethelm, Flink.
Dieth.(ſieht ihm bewegt nach) Der ehrlichſte Mann, den ich kenne.
Flink. Ich werde mich auch aufs Brummen legen, damit ich ehrlich heiße.
Dieth. Wenn ich ihn micht hůtte—
Flink. So hätten Sie keinen Hypochondriſten im Hauſe.
Dieth. Er hat Recht. Meine Lebensart iſt ein hineſiſches Gemälde, bunt, aber ohne Licht und Schat⸗ ten. Verſchlingen heißt nicht genießen; blaͤttern heißt nicht leſen.
Flink. Das klingt, als ob heute Ihr ö0ſter Ge⸗ burtstag waͤre.
Dieth.(nachdenkend) Ein V— eine Gat⸗ tin,— ha, wo find ich ſie?


