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oder die Gefahren der Jugend. 11
wohl ein Zeitvertreib, aber die Ehe ſoll auch verdammt langweilig ſeyn. Herrm. O hätten Sie Ihre braven Aeltern gekannt! Dieth. Eine Schwalbe macht keinen Sommer. Herrm. Uund ein paar abgeſtorbene Baͤume noch
keinen Winter.
Dieth. Ich habe keinen ſokratiſchen Genius, der meine Wahl leitet.
Herrm. Das Herz—
Dieth. Es klopft fuͤr jedes huͤbſche Mädchen.— Da iſt die ſanfte Friederike,— die ſchalkhafte Caro⸗ line,— die ſchmachtende Henriette,— die ſittſame Sophie— Sophie! halt! halt!— Nein, du gehoͤrſt nicht in mein Regiſter.
Herrm. Wer iſt dieſe Sophie?
Dieth. Ein reizendes, liebenswuͤrdiges Mädchen, tugendhaft ohne Prunk, heſcheiden ohne Blodigkeit, wiz⸗ zig ohne Unart, verſtändig ohne die Sucht zu glaͤnzen.
Herrm. Das Gemaͤlde gleicht Ihrer Mutter; wollte Gott, auch Ihrer kuͤnftigen Gattin!
Dieth. Ach! leider iſt ſie nur ein Kammermädchen.
Herrm. Lieber mochte ich Sie mit einem ſolchen Kammermaͤdchen verheirathet, als laͤnger ſo zwecktos herumtraͤumen ſehen.
Dieth. Caͤchelnd) Sie halten alſo ein gutes Weib fur ein Univerſalmittel gegen alle Krankheiten der Seele?
Herrm. Ja, das thu' ich. Eine wackere Frau


