vom Heirathen... Es gibt nur eine Frau, welche ich lieben kann!— Und doch mußt Du diejenige heirathen, welche ich Dir vorſtellen werde und welche da in dem Nebenzimmer iſt.“
Johann blickte verwundert umher, aber Roſa hatte bereits eine Thüre geöffnet und Caroline ſtand vor Johanns Augen. Lächelnd reichte ſie ihm die Hand, Johann ergriff raſch dieſe geliebte Hand und wollte ſich ihr zu Füßen werfen. ſtatt deſſen aber lag er auf einmal in ihren Armen.
Bei Liebenden bedarf es keiner weitläufigen Er⸗ klärungen, um ſich zu verſtändigen; in wenigen Mi⸗ nuten hatten Beide einander über das Vergangene genug geſagt und dachten nur noch an die Gegenwart mit ihrer Liebe und ihrem Glücke.
Staunend betrachtete Schönzopf Carolinen und ſagte wiederholt zu Roſa:„Das iſt ein Engel!“ Was ſeinen Pathen betrifft, ſo erkannte er ihn nicht mehr, ſondern entdeckte ſo feine Manieren und eine ſo gewählte Ausdrucksweiſe bei ihm, daß er nicht wußte, wie er in ſeiner Gegenwart reden ſollte.
„Nun,“ ſagte Caroline zu Johann,„werden Sie die Frau, welche Ihr Pathe Ihnen anbietet, zurückweiſen?“
Stalt aller Antwort küßte Johann die geliebte Hand und Caroline fuhr fort: Mein Freund, ich kann Ihnen jetzt geſtehen, ich habe Sie von dem erſten Augenblicke an, wo ich Sie kennen lernte, geliebt. Ich hatte eine Ahnung, daß Sie mir zu Liebe ſich völlig ändern würden. Richt wahr, Herr Schönzopf, Ihr Pathe gefällt Ihnen jetzt auch beſſer?“


