Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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Ihrerſeits hatte ſich Caroline ſeit Johanns Ab⸗ reiſe gelobt, nicht mehr an einen Mann zu denken, den ſie ihrer Liebe nimmer für würdig hielt. Aber iſt das Herz ſtets im Einklange mit den Projekten des Verſtandes? Caroline ſtrebte vergebens nach ihrer früheren Heiterkeit; ein Seufzer verrieth ihren geheimen Kummer, wenn ſie ein Lächeln heucheln wollte. Niemals wurde in ihrer Gegenwart der Name Johann ausgeſprochen, weil man bemerkt hatte, daß derſelbe ſtets ihre Traurigkeit vermehre. Caroline fing jetzt bereits zu glauben an, daß man ihr Verbot allzu ſehr achte. Sie hegte im Innern das Verlangen, von demjenigen zu ſprechen, an welchen ſie fortwährend dachte, aber ſie wagte es nicht, dieſe Unterhaltung ſelbſt anzuknüpfen.

Drei Wochen waren verfloſſen ſeit Johanns Abreiſe von Luzarche. Drei Wochen ſchwinden ſehr ſchnell dahin, wenn man ſich amüſirt; ſie ſind ewig, wenn man ſeufzt, bedauert und nicht mehr hofft. Caroline hatte das Landleben zu einförmig gefunden und obwohl es erſt Ende Septembers war, ſo war ſie doch nach Paris zurückgekehrt. Virlleicht dachte ſie auch, es wäre beſſer, wenn ſie ganz nahe bei

demjenigen wohnte, den ſie nicht mehr ſah; aber

Johann, der Caroline auf dem Lande glaubte, ſah nie zum Fenſter hinaus.

Während dieſer drei Wochen hatte Fräulein Chopard ihrem theuren Freunde, Johanns Portier, häufige Beſuche abgeſtattet und von ihm erfahren, der junge Mann ſei ſeit ſeinem letzten Beſuche in

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