Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

volle Stunden im Ungewiſſen.— Kurz und gut, ich will Fräulein Chopard nicht beirathen.“

Schönzopf macht eine Bewegung vorwärts, in Folge deren er beinahe ſammt ſeinem Lehnſtuhl um⸗ gefallen wäre, indeß gewinnt er doch das Gleichge⸗ wicht wieder und ruft:„Du willſt nicht? Was haſt Du denn geſagt? Ich habe ohne Zweifel falſch gehört?“

Johann wiederholte mit feſtem Tone:„Ich will Fräulein Chopard nicht heirathen!“

Diesmal ſpringt Schönzopf auf und ſchlägt ſich mit verzweiflungsvoller Miene vor die Stirne.„Dies,“ ruft er,„überſteigt allen Glauben! Du willſt Deine Braut nicht heirathen Deine Zukünftige die ſchöne Adelaide, mit der Du verlobt biſt?— Was das Verlobtſein betrifft, mein lieber Pathe, ſo haben Sie eigenmächtig dieſe Ceremonie veranſtaltet; ich weiß wohl, daß man nicht an ein Frauenzimmer gebunden iſt, deßhalb weil man ihr die Hand gege⸗ ben hat.— Bitte um Verzeihung, mein Herr, man iſt im Gegentheil ſehr gebunden. Wenn man bereits die Hochzeit ausgemacht hat, wenn die Eltern Sie bereits als Ihren Sohn betrachten, wenn Fräulein Adelaide auf Sie zählt, denken Sie alsdann wohl, daß Sie nicht gebunden ſeien? Denken Sie, daß man auf ſolche Weiſe mit einer Familie und einem neunzehnjährigen Herzen ſpielen dürfe?“

Der Zorn hatte Schönzopf beinahe beredt ge⸗ macht; er ging in dem Zimmer auf und ab und fühlte nichts mehr von ſeiner Gicht. Johann näherte