12
und bedauerte nun von Herzen, daß er kein Mußi⸗ ker war.
Johann konnte ſich nicht mehr halten, er mußte mit ihr ſprechen. Er erhob ſich, ging raſch auf den Stuhl zu, welchen Madame Dorville einnahm, und ſtellte ſich gerade vor ſie hin.
Caroline ſchlug jetzt die Augen nach der Perſon auf, die unbeweglich vor ihrem Stuhle ſtand; ſie erkannte Johann, und Ueberraſchung malte ſich auf ihren Geſichtszügen, während ſie in ſehr liebens⸗ würdigem Tone zu ihm ſagte:„Wie, Sie find's, Herr Durand?“
„Ja, Madame, ich bin's,“ erwiderte Johann mit erſtickter Stimme,“ erwarteten Sie nicht, mir hier zu begegnen?— Nein, ich geſtehe es, denn ich glaube mich zu erinnern, daß Sie mir ſagten, Sie lieben die Geſellſchaft, die Soiréen nicht.— Aller⸗ dings, Madame, dies war der Fall; aber ich habe mich unterdeſſen ſeit einiger Zeit ſchrecklich ge⸗ ändert.“
„Ich ſehe es,“ erwiderte Madame Dorville, in⸗ dem ſie einen verſtohlenen Blick auf Johanns Toi⸗ lette warf.
„Madame, Sie haben göttlich geſungen!“ rief ein junger Herr, indem er auf Frau Dorville, vor welcher Johann noch immer ſlehen blieb, zuging. „Auf Ehre! es war bezaubernd, hinreißend, voll⸗ endet!“
„Ah, Sie ſind allzu nachſichtig, mein Herr,“ ſagte Caroline lächelnd.—„Nein, ich bin nur das


