Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

über und fragte ihn:„Amüſiren Sie ſich?— Nicht ſehr.— Thun Sie doch etwas.— Ich kenne Niemanden.— Das iſt ganz gleichgültig, man plaudert, man ſchließt Bekanntſchaft. Auf, mein Lieber, rühren Sie ſich doch ein wenig.“

Gerſac entfernte ſich aufs Neue und Johann ſetzte ſeinen Spaziergang fort, ohne etwas zu ſagen oder zu thun.

Plötzlich aber verſchwand die Langeweile und ſogar die Verlegenheit; ein anderes Gefühl bemäch⸗ tigte ſich Johanns; all ſein Blut drang ihm nach dem Herzen; er blieb unbeweglich, er bemerkte nicht mehr, was um ihn her vorging, er ſah nur noch ein Frauenzimmer, das durch einen der brillanteſten Salons ſchritt.. es war Caroline.

„Sie iſt da, welches Glück!“ dies war Johanns erſter Gedanke, aber er blieb dennoch auf derſelben Stelle und ſchien ſogar zu fürchten, er möchte ſich getäuſcht haben. Caroline iſt bereits wieder unter der Menge verſchwunden; Johann läuft nach dem Salon, in welchen er ſie geſehen hat. Nach langem Suchen erblickt er ſie endlich in einem Zimmer, wo man gerade Muſik machen will. Caroline ſitzt neben einer jungen Dame und mehre Herren grüßen ſie und plaudern mit ihr. Johann wagt nicht, ſie gleich⸗ falls zu grüßen, ſondern bleibt nur in der Nähe. Das Concert beginnt, mehre Perſonen laſſen ſich auf der Harfe oder auf dem Piano hören; Johann ſchenkt ihnen keine Aufmerkſamkeit, ſondern betrachtet fortwährend Caroline. Jetzt kommt ein junger Mann,