Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

86

zopf zu den Chopards:„Das iſt ſehr gut abge⸗ laufen!— Der arme Junge iſt noch äußerſt be⸗ trübt!“ bemerkt Madame Chopard.„Sicherlich hat er Dir kein einziges zärtliches Wort geſagt, nicht wahr, liebe Tochter?— Rein, liebe Mutter, kein einziges!— Er muß ſich furchtbar Gewalt angethan haben!“ ſagt Herr Chopard.„Aber man kann ihn nur loben, weil Pflicht und Natur vor Allem gehen.“

Einige Tage nach dieſem Beſuche verließ Jo⸗ hann, ohne ſich mit irgend Jemand darüber zu be⸗ rathen, plötzlich ſeine Wohnung in der St. Pauls⸗ ſtraße und miethete ein ſehr hübſches Logis in der Rue de Provence. Einen Theil ſeines Mobiliars tauſchte er gegen moderne und elegante Möbel um, ließ aufs Sorgfältigſte ſeine neue Wohnung de⸗ koriren und nahm an Katharinens Stelle einen Bedienten.

Obwohl Johann nicht mehr rauchte und ſich ſogar nach der Mode kleidete, ſo erinnerten bei ihm doch Haltung und Manieren noch viel an ſeine al⸗ ten Gewohnheiten; denn was man ſchon in der früheſten Jugend angenommen hat, legt man nicht ſo leicht in einigen Wochen ab. Johann fluchte noch oft und gebrauchte Ausdrücke, die in der vornehmen Welt nicht gangbar ſindz aber da er jung war, da er Vermögen beſaß, da er zutraulich und gutherzig ſchien, ſo konnte er ohne alle Schwierigkeit in jenen hohen Geſellſchaften Zutritt finden, wo man oft unter dem glänzenden Firniß der Feinheit und vornehmen