Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

66*

Dame trat in den Salon der Madame Dorville, welche ihr mit den Worten entgegenlief:„Ah! ich bin ſehr erfreut, Sie zu ſehen!— WMeine liebe Freundin, ich möchte mich gerne erkundigen, ob Sie ſich von unſerem geſtrigen Schrecken erholt haben. Was mich betrifft, ſo geſtehe ich Ihnen, daß ich dieſe Nacht ſehr ſchlecht geſchlafen habe; ich ließ indeß auch meine Kammerfrau in meinem Zimmer ſchlafen und blickte fünf bis ſechs Mal unter mein Bett und in meine Schränke, ich glaubte überall Diebe zu ſehen und es hat mir geträumt, es ſeien drei durch mein Kamin heruntergekommen.“

„Ich habe ſehr gut geſchlafen, das verſichere ich Ihnen. Aber Sie wiſſen die Folge unſeres Aben⸗ teuers noch nicht.— Wie? Es hat eine Folge?— Sehen Sie, da iſt meine Taſche, meine Börſe, mein Gedenkbuch, ich habe jetzt Alles wieder.— Mein Gott! was will dies heißen?— Man hat mir dies Alles gebracht.— Wer„der Dieb?— Nein, ſondern jener Herr, der geſtern Abend dem Dieb meinen Shawl entriſſen und uns bis an einen Wagen begleitet hat.— Wie?— Er hat auch meine Taſche auf der Straße wieder gefunden und ſie mir gebracht.— Ach! das iſt ſehr ſonderbar. Meine liebe Freundin, könnte dieſer Menſch viel⸗ leicht nicht ein geheimer Polizeidiener ſein?— O was fällt Ihnen ein! ein ganz junger Mann, dem ich wenigſtens vielen Dank ſchuldig bin! Ach! wenn Sie mit ihm geſprochen hätten, wie ich, Sie würden nicht auf dieſen Gedanken kommen.— Sie haben