Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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Die Ehe verleiht der Jugend einen Rang im der Geſellſchaft. Eine Wittwe mit neunzehn Jahren nimmt darin eine Stelle ein, welche kein lediges Frauenzimmer mit neunundzwanzig Jahren ein⸗ nehmen kann. Mit ihrem Vermögen, ihrer Schön⸗ heit und ihren Talenten mußte die junge Wittwe des Herrn Dorville nothwendigerweiſe zahlreiche Anbeter finden; aber da ſie in der Frühlingszeit ihres Lebens nur dem Willen Anderer gefolgt war, ſo wollte jetzt Caroline auch ihrer eigenen Neigung folgen und nicht mehr ihre Freiheit verpfänden ohne zuvor ihr Herz gefragt zu haben. Nehmen wir nun den Faden unſerer Erzählung wieder auf.

Nachdem Johann fortgegangen war, durchblät⸗ terte Caroline vor Allem ihr Gedenkbuch; ſie wußte wohl, daß es nichts enthielt, worüber ſie erröthen durfte, aber ſie wünſchte doch zu wiſſen, welche Zeilen ihm ihren Namen und ihre Adreſſe verrathen hätten.

Als ſie einige Stellen über die Dviletten las, lächelte Caroline und ſagte:„Das wird ihm frei⸗ lich ſehr albern vorgekommen ſein— dieſem jungen Menſchen, der gar keinen geſellſchaftlichen Ton be⸗ ſitzt. Schade um ſeine ſchönen Anlagen! Auch ſeine Geſtalt iſt nicht übel, wenn er nur Erziehung hätte. Aber welche Manieren! welche Haltung! welche Un⸗ wiſſenheit in den allereinfachſten Dingen!“

In dieſem Augenblicke meldete die Bonne Ma⸗

dame Begumont, und eine etwa vierzig Jahre alte Paul de Kod. C. 5