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ihrer jugenvlichen Einbildungskraft genügten Ehren⸗ haftigkeit und Rechtſchaffenheit noch nicht, um ihr Herz zu feſſeln. Caroline erwiderte alſo ihrer Mutter, daß ſie nicht zu heirathen wünſche und daß ſie ſich vollkommen glücklich bei ihr fühle.
Madame Grandpré drang nicht weiter in ſie; aber Caroline merkte bald, daß ihre Mutter öfters traurig, mißvergnügt und mürriſch war; ſie ſchloß daraus, daß ſie es übel nehme, weil ſie Dorville's Hand ausgeſchlagen; und immer gut, immer be⸗ reit, ihre Wünſche denen Anderer zu opfern, ſagte fie zu ihrer Mutter, daß ſie jetzt nach reiflicher Ueber⸗ legung, den Mann, der um ſie geworben, heirathen wolle. Einen Monat ſpäter hieß ſie Madame Dorville.
Madame Grandpré wohnte bei ihrer Tochter, und ihrem Schwiegerſohne. Wenn auch Caroline durch ihren Mann die Gefühle der Liebe nicht kennen lernte, ſo hegte ſie doch eine aufrichtige Freund⸗ ſchaft für ihn und genoß aufs Neue alle Vortheile des Reichthums. Madame Grandpré war noch zwei Jahre lang Zeuge einer Verbindung, bei welcher der Unterſchied des Alters nie einen Zwiſt herbei⸗ führte; dann ſtarb ſie, beruhigt über die Zukunft ihrer Tochter.
Aber ein Jahr ſpäter wurde Dorville, deſſen Hauptvergnügen in der Jagd beſtand, das Opfer der Ungeſchicklichkeit eines ſeiner Freunde und em⸗ pfing eine Kugel, die einen Haſen treffen ſollte. Caroline wurde alſo mit neunzehn Jahren Wittwe und unumſchränkte Herrin über 17,000 Livres Renten.


