Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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hafte Leidenſchaft einzuflößen. Herr Dorville, der weder dumm noch ein Geck war, täuſchte ſich nicht darüber; er ging gerade zu Madame Grandpré und begann mit dem, womit andere Liebhaber gewöhn⸗ lich endigen, d. h. er warb um die Hand ihrer Tochter.

Madame Grandpre fühlte ſich ſehr geſchmeichelt durch dieſe Werbung. Herr Dorville hatte einen ehrenvollen Namen und 14,000 Livres Renten; dies war eine gute Partie für ihre Tochter, es war mehr, als ſie zu hoffen wagte. Allerdings hatte Herr Dorville ſeine fünfzig Jahre auf dem Fücken und war kein hübſcher Burſche; aber ſeit ſie ihr Vermögen verloren hatte, hielt Madame Grandpré nimmer viel auf ſolche Bagatellen. Indeß verſprach ſie Herrn Dorville nichts, ſie wollte ihre Tochter nicht zwingen, aber ſie ließ durchblicken, welch große Freude es ihr machen würde, ihn Schwieger⸗ ſohn nennen zu dürfen.

Als Caroline von ihrer Mutter vernahm, daß Herr Dorville um ihre Hand geworben hätte, ſo machte ſie ein etwas ſaures Geſicht und ſchien keineswegs erfreut über eine ſolche Werbung. Ma⸗ dame Grandpre ſchilderte die Vortheile dieſer Ver⸗ bindung, welche das Glück Carolinens ſicherte, ſo wie die Rechtſchaffenheit und Ehrenhaftigkeit Dor⸗ ville's mit den glänzendſten Farben.

Ohne Zweifel war dies Alles ſehr ſchön, aber mit ſechszehn Jahren denkt das tugendhafteſte Mädchen doch auch manchmal an die Liebe, und