Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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Siebentes Kapitel. Die drei Flüchtlinge.

Wenn ein junger Menſch ſein ſechszehntes Jahr erreicht hat, ſo iſt es nicht mehr Zeit, ihn ein Vergehen bei Waſſer und Brod abbüßen zu laſſen, oder ihm mit der Ruthe zu drohen. Sobald wir Recht und Unrecht einſehen und die Folgen eines Fehlers begreifen können, ſo wende man ſich an unſere Vernunft und an unſer Herz; man ſuche unſern Geiſt aufzuklären, unſer Rechtsgefühl zu entwickeln: dadurch allein kann man uns beſſern. Man wird vielleicht einwenden, daß es junge Leute gibt, die keinen Geiſt beſitzen und deren Herz allen guten Regungen verſchloſſen bleibt; dieſe find als⸗ dann unverbeſſerlich und Waſſer und Brod werden auch keine andere Menſchen aus ihnen machen.

Von Kindheit an gewöhnt, nur nach ſeinem Willen zu leben, war Johann anfangs ganz über⸗ raſcht, daß er ſich wirklich in ſeinem Zimmer als Gefangener befand. Jeden Augenblick erwartete er den Beſuch ſeiner Mutter oder Katharinens, aber ſeine Mutter und Katharine kamen nicht und Abends erſchien nur ſein Vater, der ihm ein Trappiſten⸗ mahl brachte und ſich mit den Worten:„Suum cuique tribuito“ wieder entfernte. Da Johann das Latein nicht verſtand, ſo dachte er, dies bedeute ſo viel, als Du ſollſt nichts Anveres mehr eſſen; er zertrat deßhalb, ſobald ſein Vater die Thüre wieder verſchloſſen hatte, den Waſſerkrug und warf das