Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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„So eile doch!“ rief Madame Durand.—„In einer Minute, Frau,“ ſagte der Herbariſt.„Mein Sohn iſt auf die Wache gekommen, und zwar ge⸗ wiß nicht umſonſt; er verdiente wohl, daß ich ihn dort ſitzen ließe. Das iſt ſauber, mit ſechszehn Jahren auf die Wache kommen! Wenn er die Kräuter ſtudirt hätte, Frau, ſo ſäße er jetzt nicht unter Füſilieren. Studia adolescentia malunt, senectu- tem oblectant.“

Madame Durand fühlte vielleicht, daß ihr Mann Recht hatte, aber ſie bat ihn von Neuem, ihren Sohn zu befreien, und Herr Durand, der den jungen Verbrecher im Grunde auch liebte, begab ſich endlich mit Schönzopf nach dem Wachpoſten, wo die Sache bereinigt wurde. Man ſetzte die beiden Schlingel in Freiheit, obwohl Demar von ſeinem Vater nicht reklamirt ward, aber Schönzopf verbürgte ſich für ihn, um dadurch ſeinen Pathen zu verpflichten.

Johann ſprach kein Wort, als er ſeinem Vater folgte. Er erwartete ſicherlich eine ſtrenge Straf⸗ predigt; aber Herr Durand ſchwieg gleichfalls ſtill, und als er zu Hauſe ankam, führte er ſeinen Sohn bloß in ſein Zimmer, ſchloß daſſelbe ab und ſteckte den Schlüſſel zu ſich. Dann kam er wieder zu ſei⸗ ner Frau herunter und ſagte:„Du ſiehſt, Frau, daß unſer Sohn ſich nicht gerade ſehr mußterhaft aufführt; wenn wir ihn ganz ohne Beſchäftigung laſſen, ſo wird er noch oft auf die Wache kommen und man wird ihn am Ende ganz dort behalten.