Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1————

13

geben Sie auf dieſes Salbeibündel, salvia salviae, hier Acht, welches aus ſeinem Fache herunterge⸗ fallen iſt.“

Statt aller Antwort ſchiebt Katharine ihren Herrn aus dem Zimmer, ſteigt vor ihm die Treppe hinab, öffnet die Thüre und ſchließt ſie wieder raſch hinter Herrn Durand, gerade während dieſer um⸗ kehren will, um ſein Sacktuch zu holen.

Nach völliger Ueberzeugung von dem Hinaus⸗ gehen ihres Herrn weckt Katharine im zweiten Stocke die Frau Ledour und geht ſodann wieder zu ihrer Gebieterin.

Frau Ledoux iſt die Wittwe eines Gerichtsdie⸗ ners, eines Ebeniſten und eines Papierhändlers; ſie hatte von ihren drei Männern vierzehn Kinder, wovon ſechs verheirathet und etablirt ſind. Indeß zählt die Wittwe Ledour erſt neunundvierzig Jahre; ſie iſt eine große, magere Frau mit ſehr gerader Hältung und einer ſchönen Haarfriſur. Auch be⸗ hauptet ſie, mehrmals einen vierten Mann ausge⸗ ſchlagen zu haben.

Wenn man vierzehn Kinder gehabt hat, ſo muß man in den Augen ſchwangerer Frauen eine ſehr wichtige Perſon ſein; auch war Madame Ledoux, die ſich ſchmeichelte, im Nothfalle die Stelle einer Hebamme vertreten zu können, keineswegs verlegen bei ſolchen Umſtänden; es gereichte ihr im Gegen⸗ theil zum Vergnügen, von dem Eintritte eines unſchuldigen Geſchöpfes in die Welt Zeuge ſein zu können, und da nicht alle Damen dieſen Muth