„He, Katharine!“ ruft Madame, als ſie ihre Bonne kommen ſieht.—„Der Herr ſchlief wie eine Ratze, aber ich habe ihn aufgeweckt. Er holt nun die Wärterin und den Geburtshelfer.— Ach, wenn er nur auch eilt! O Katharine, welche Schmerzen! Aber wie ſehr wird es mich freuen, mein Kind umarmen zu dürfen!— Ja, ich glaub's wohl.. nach einer zwölfjährigen Ehe.. es iſt ziemlich ſpät. Ich denke, es wird ein Bube ſein und habe deßhalb mit Frau Moka zwei Loth Tabak gewettet, weil dieſe behauptet, es werde ein Mädchen ſein... — Knabe oder Mädchen, das macht keinen Unter⸗ ſchied in meiner Liebe.— Ich habe Luſt, unſere Nachbarin, Frau Ledoux, zu wecken.— Ja, ge⸗ ſchwind, Katharine; aber ich hörte die Hausthüre noch nicht gehen. weißt Du auch gewiß, daß Durand ſchon fort iſt?— Ei, er muß bereits in der Rue des Nonaindiéres ſein.— Sis doch nach, Katharine.“
Um ihre Frau zufrieden zu ſtellen, kehrt das Mädchen ins Magazin zurück, hört aber ſchon von ferne Herrn Durand ſchnarchen. Katharine iſt ein ſtarkes, lebhaftes und offenherziges, achtzehnjähri⸗ ges Frauenzimmer, das ſchon acht Jahre im Hauſe des Herbariſten dient und hier ein gewiſſes Anſehen erlangt hat. Als ſie bemerkt, daß ihr Herr wieder eingeſchlafen iſt, läuft ſie auf das Bett zu und wirft die Decke, unter welcher der Kräuterſammler ruht, auf den Boden herunter. Es war März und noch kalt. Katharine hofft, die friſche Luft werde


