Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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vergeſſen.. ich werde mich mit einer Andern be⸗ ſchäftigen. das iſt ſehr leicht.

Während vier Tagen kehrte Emil nicht zu den Damen Dolbert zurück; er verſuchte Stephanie zu vergeſſen, er erneuerte ſeine alten Bekanntſchaften,

knüpfte neue anz aber in der Geſellſchaft der ſchönſten

Frauen, der hinreißendſten Koketten, verfolgte ihn unaufhörlich Stephaniens Bild; er bemerkte, daß das Vergeſſen nicht leicht wird, wenn die Liebe unbe⸗ friedigt iſt.

Am fünften Tage hielt er es nicht länger aus, er ſtieg in ſein Cabriolet und begab ſich zu Ma⸗ dame Dolbert.

Seit Ihrem Téte-à-Töte mit Emil war Ste⸗ phanie traurig, ſchweigend und ſelbſt Zizinens freundliche Worte konnte nicht einmal das Lächeln auf ihre Lippen zurückbringen; ſie fühlte, das Be⸗ tragen ihres Geliebten ſei verdammenswerth ge⸗ weſen, aber ſie liebte ihn immer noch und beklagte es, daß ſie ihn jetzt fürchten mußte; ſie ſeufzte und weinte insgeheim, ihn nicht wiederkommen zu ſehen; in der Tiefe ihrer Seele dachte ſie, Emil liebe fie nicht mehr, weil er es verſucht hatte, ſie ihrer Un⸗ ſchuld zu berauben, ſtatt bei ihrer Großmutter um ihre Hand anzuhalten.

Wenn aber ein Liebender Unrecht hat, ſo iſt dies noch kein Grund, ihn weniger zu lieben; oft bringt dies ſogar die entgegengeſetzte Wirkung her⸗ vor; die Liebe muß ſich mit Eiferſucht, mit Unruhe und mit Thränen verbinden, ſonſt würde ſie, ſtatt