Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

der Ausdruck meines Geſichtes meinem Herzen ganz fremd... Jeder Tag ſelbſt ſteigert meinen Schmerz, denn täglich ſehe ich die Hoffnung, die ich noch hegte, wiederzufinden, was ich verloren hatte, ſich vermindern..

Wenn man Ihren Kummer kennte, ſo würde man Sie in Ihren Nachforſchungen unterſtützen können und vielleicht würden dieſelben dann einen beſſern Erfolg haben.

Guerreville gab dem Doktor keine Antwort; er ließ den Kopf auf die Bruſt finken und entfernte fich von ihm.

Um drei Viertel auf fünf Uhr klingelte Guerre⸗ ville bei Herrn Grillon. Agathe öffnete ihm die Thüre, und als ſie ihn erblickte, brach ſie in Aus⸗ rufungen der Freude, des Entzückens aus, als wenn Manna vom Himmel auf das Haus herabfiele.

Ah, welches Glück! es iſt mein Pathe! Ah⸗ guten Tag, mein Pathe! Mama, es iſt mein Pathe! Sie ſind ſehr liebenswürdig, daß Sie Ihr Verſpre⸗ chen nicht vergeſſen haben.. Papa, das iſt mein

Pathe.. O, Papa iſt im Keller! Treten Sie

doch ein, mein Pathe... Ah, daß ich Sie endlich umarmen kann! Sie erlauben es mir doch, nicht wahr, mein Pathe?

Und ohne einé Antwort abzuwarten, hatte Ma⸗ demviſelle Agathe Guerreville ſchon umarmt, der, beſtürzt über den Lärm, den ſein Eintreten herbei⸗ führte, ganz befangen in den Salon trat, ohne Zeit gehabt zu haben, ſich zu faſſen.