Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

124

Die Kleine ſchlug die Augen nieder, ſchien ver⸗ legen zu ſein und ſchwieg; denn ſie fühlte in der Tiefe ihrer Seele, daß ihr Vater geantwortet hatte wie er mußte, aber die gute Mama rief:Jerome iſt ein braver Mann, und ſeine abſchlägige Ant⸗ wort beweist mir, daß er verdient, daß man ſich für ihn intereſſirt.

Ja, ein braver Mann! Das iſt ſehr gut, ſagte Stephanie ſpöttiſch;aber, wenn er es den⸗ noch angenommen hätte, wäre Zizine jetzt ver⸗ gnügter.

Stephanie, Du verlangſt, daß ſich alle Welt nach Deinem Willen füge. Du überlegſt nicht, meine Liebe, daß Jerome in der Tiefe ſeiner Seele einen edleren Stolz trägt, den er nicht bloß ſtellen darf.

Stephanie erwiderte nichts; aber ſie erhob ſich, nahm Zizine an der Hand, und indem ſie dieſelbe

in den Salon hineinzog, tanzte ſie einen Galopp

mit ihr, bis Beide, von der Anſtrengung erſchöpft, auf den Divan neben der Großmutter hinſanken.

Die Bekannten der Madame Dolbert erſtaunten manchmal, wenn ſie deren Enkelin noch wie ein Kind ſpielen ſahen, aber wenn man ſie darauf auf⸗ merkſam machte, entgegnete die gute Mama lächelnd: Ich ſehe nichts Schlimmes darinnen, daß ſie ſo lange als möglich noch Kind bleibt!. Es wird der Augenblick nur zu ſchnell herankommen, in welchem ihre unſchuldigen Vergnügungen keinen Reiz mehr für ſie haben werden; meine Enkelin hat als einzige Stütze nur mich: Sollte ich, um meine