lancholiſchen Charakter dieſer Geſichtszüge kommt
noch eine angeborene Bläſſe; wenn er aber lebhafter wurde, wenn ſeine ſchönen, blauen Augen von dem ganzen Feuer einer achtzehnjährigen Einbildungskraft erglühten und Roſenröthe ſeine Wangen färbte, dann mußten ſelbſt diejenigen, welche blonde und blaſſe Männer nicht lieben, zugeſtehen, daß er ein ſchöner Jüngling ſei.
Der junge Mann näherte ſich mit einer gewiſſen Schüchternheit; er hielt ein künſtlich zuſammenge⸗ legtes, mit einer Schnur befeſtigtes Päckchen in der Hand und grüßte Guerreville ehrfurchtsvoll, indem er ſagte:„Mein Herr, ich bringe Ihnen die Hand⸗ ſchuhe, die Sie ſich geſtern ausgeſucht haben bei meiner Mutter. Madame Gallet.. Sie hat mir zugleich geſagt, ich ſollte Sie fragen, ob Sie ſonſt nichts benöthigt wären. und mich beauſtragt, Ih⸗ nen ihre Grüße zu überbringen.“
Guerreville war im erſten Augenblick von der Aehnlichkeit dieſes jungen Mannes mit ſeiner Mut⸗ ter überraſcht und, ganz damit beſchäftigt, dieſe Geſtalt, die tauſend Erinnerungen in ihm erweckte, zu betrachten, antwortete er nicht ſogleich auf das, was Julius zu ihm ſagte; der Sohn der Verkäu⸗ ferin ſchlug die Augen nieder und war ganz außer Faſſung gebracht, verwirrt durch die Blicke von Guerreville, der ihn ſo aufmerkſam betrachtete, ohne
ihm etwas zu erwidern.
Guerreville kam jedoch bald wieder zu ſich, und da er die Verlegenheit des jungen Mannes bemerkte,


