Erſtes Kapitel.
Julius und Agathe.
Den folgenden Tag, um zehn Uhr Morgens, als Guerreville, noch im Schlafrocke, ſich an ſein Fenſter geſetzt hatte, um mit Behaglichkeit die friſche Luft eines Frühlingsmorgens einzuathmen, meldete ihm Georg, daß ihn ein junger Mann zu ſprechen wünſche.
„Laß ihn eintreten,“ ſagte Guerreville, indem er das Fenſter verließ, und ſeine Augen hefteten ſich mit einer gewiſſen Unruhe auf die Thüre ſeines Schlafzimmers.
Es iſt ein großer, hagerer, ſchlanker, junger Mann, in deſſen Benehmen noch die ganze Steif⸗ heit eines Schülers liegt, obgleich er für Augen⸗ blicke ganz gerade und unbeweglich daſteht und ſich bemüht, das Ausſehen eines überlegenden Mannes zu haben. Seine Züge ſind regelmäßig und voll⸗ kommen harmoniſch; eine gerade Raſe, ein mittel⸗ mäßiger Mund, große, blaue Augen, von ſchön ge⸗ zeichneten, dunkeln Brauen beſchattet, eine große, ſehr hohe Stirn, auf welche die blonden, gelockten Haare nachläſſig herabfallen, bilden ein zugleich in⸗
tereſſantes und liebliches Ganzes; zu dem etwas me⸗ Paul de Kock. ROvI. 1


