117
„Glücklich! ja, ſo wie ich es ſein kann.. Er behandelt mich nicht ſchlecht, aber ich habe ihn auch in den achtzehn Jahren, in denen wir verheirathet ſind, nie um einen Ruhe⸗ oder Erholungstag ge⸗ beten. Ich war immer da, ſaß immer in dem Ge⸗ wölbe. zuerſt in einem kleinen, ſehr einfachen Laden, dann in einem ſchöneren, nun hier.“
„Dies einförmige Leben muß Sie langweilen.“
„Nein, ich bin daran gewöhnt, ich möchte es nicht mehr vertauſchen denn wenn ich ſo in meinem Laden ſitze, oft ganz allein, ſo kann ich nach Gefallen meinen Gedanken nachhängen, und darin beruht mein Glück!... Meine Erinnerun⸗ gen immer meine Erinnerungen.“
Mariens Stimme verrieth ihre Bewegung, man ſah ihr an, daß ſie ſich Gewalt anthat, um ihre Thränen zurückzuhalten. Guerreville zerdrückte die Handſchuhe, die er anprobiren wollte; er war ſelbſt gerührt, obgleich er ſich bemühte, es nicht zu ſchei⸗ nen; er huſtete zu wiederholten Malen, machte einige Gänge durch das Gewölbe, betrachtete ſich den Mann im Hintergrunde, der in ſeine Bücher vertieft war, ging dann wieder an den Ladentiſch und fragte mit leiſer Stimme:„Aber haben Sie nicht noch einen andern Troſt?“
Maria erhob den Kopf und ſah Guerreville an; ein Ausdruck der Freude belebte alle ihre Züge und ſie rief:„Ah, Sie haben es doch nicht vergeſſen! Ich wollte ſehen, ob Sie mit mir darüber ſprechen würden. ob Sie noch an ihn denken an das


