An dieſem Tage war der Sohn der Verkäuferin nicht im Laden, aber die Mutter hätte es wohl gewünſcht, daß er da geweſen wäre und ihre Blicke richteten ſich oft nach dem Boulevard, in der Hoff⸗ nung, dort ihren Sohn zu bemerken; in gleichem Maße vermied ſie es, nach dem Hintergrunde des Ladens zu ſehen, wo ein etwa vierzig Jahr alter, langer, magerer und ſehr garſtiger Mann ſtand, der die Augbraunen zuſammenzog, indem er in den Regiſtern nachſchlug und ſeine Rechnungsbücher be⸗ richtigte, ohne ſich im mindeſten um das zu küm⸗ mern, was in dem Laden vorging, ſo ſehr ſchien ihn ſeine Arbeit in Anſpruch zu nehmen.
Guerreville probirte und wählte ſich Handſchuhe; die Frau hinter dem Ladentiſche ſah ihn öfters prüfend an, ſchlug dann die Augen nieder oder richtete ihre Blicke nach der Thür; aber ſie ſchien es nicht mehr zu wagen, das Wort an ihn zu richten.
„Es ſcheint mir, Madame, Sie haben gute Geſchäfte gemacht,“ fagte endlich Guerreville, in⸗ dem er ſich umſah;„dieſer Laden iſt geſchmackvoll, wohl aſſortirt und befindet ſich in einem ſehr gele⸗ genen Stadttheile.“
„Wenn man ſein ganzes Leben hindurch arbeitet, muß man wohl endlich etwas zuſammenbringen.. Geld verdienen, das iſt der einzige Gedanke meines Mannes dies war immer der Beweggrund aller ſeiner Handlungen.“
„Und im Uebrigen... macht Sie Herr Gallet glücklich?“


