Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
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ganzen Zeit unſeres ſtillen Beiſammenwohnens hat ſie jeden Augenblick, in welchem ſie nicht um mich war, dem Studium geweiht. Jetzt drückt ſie ſich mit der größten Leichtigkeit aus; ihre Manieren find anmuthsvoll, ihre Tournüre einfach, aber an⸗ ſtändig und dabei nicht ſteif. Sie macht keine ſtrenge Miene wie Pelagie; aber ihre Haltung iſt ſittſam und ihr Blick ſanft. Ihre ganze Perſönlichkeit muß gefallen und ihr Herz.. ach ihr Herz iſt ein Schatz!

Sechs Monate find vorübergegangen, wie ein Tag, ſeit ich Nicette wieder gefunden; unſer Glück wäre vollkommen, wenn ſie nicht manchmal trüb⸗ finnige Augenblicke hätte. Ich errathe ihren Schmerz. Du biſt verheirathet, ſagt ſie öfters zu mir;es iſt vielleicht nicht recht von mir, vdaß ich bei Dir wohne. Wenn Du mich eines Tags verachten wür⸗ deſt!... Liebe Nicette⸗ laß dieſe Grillen, die mein Herz betrüben. Die Welt mag denken und ſagen, was ſie will, ſie hat Unrecht, wenn ſie Dich läſtert. Muß man die Frau verachten, die ihren Mann hintergeht, oder die Geliebte, die ihrem Liebhaber treu bleibt?

Eines Morgens, während wir gerade frühſtücken, wird heftig an meiner Thüre geklingelt. Nicette öffnet und kommt mit einem Frauenzimmer zurück, die ich kenne: es iſt Juſtine, Pelagie's Kammermädchen.

Mein Blut erſtarrt; welche Rachricht wird ſie mir bringen?.

Mein Herr, ſagt Juſtine,Ihre Frau Ge⸗ mahlin iſt ſehr krank; vor drei Tagen iſt ſie von