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Am Schluſſe ihrer Erzählung holt Nicette Rai⸗ munds Brief und bringt mir denſelben. Ich be⸗ durſte deſſen nicht, um ihr zu glauben, aber dieſer letzte Beweis überzeugt mich vollends, daß ich von Raimund zum Beſten gehalten worden war.
Ach! wie ſüß iſt für mich dieſer Augenblick, in welchem ich Nicette meiner ganzen Liebe würdig wieder finde. Meinerſeits erzähle ich ihr gleichfalls ausführlich, was mir unterdeſſen begegnet iſt und wie ſehr mich der Gedanke ſchmerzte, daß ſie Rai⸗ munds Geliebte ſein könnte. Sie weint vor Freude und Liebe; ſie blickt mich an, ergreift meine Hände und legt ſie an ihr Herz⸗
„Sie liebten mich alſo und Sie lieben mich noch immer,“ ſagt ſie;„ach, wie glücklich bin ich!“
Die Erzählung von meiner Heirath und von Pelagie's Benehmen verſetzt ſie in das größte Er⸗ ſtaunen. Sie begreift nicht, daß meine Frau mich nicht lieben könne.„Theure Nicette, ohne dieſen elenden Raimund wäre ich noch freil Aber das Band, welches mich an Pelagie feſſelt, iſt von der Ratur zerriſſen, wenn auch nicht von den Menſchen.“
„Wiel“ ſagt ſie;„Sie werden nicht mehr zu Ihrer Frau zurückkehren?— Riemals. Dieſer Ent⸗ ſchluß ſtand unwiderruflich feſt, noch ehe ich Sie wieder gefunden hatte; Sie brauchen ſich deßhalb keine Vorwürſe zu machen.— Und Sie wollen⸗ daß ich bei Ihnen bleibe?— Ob ich es will! Könnte ich jetzt ohne Dich leben?— Ach! mein Herr, wie glücklich werde ich ſein?— Liebe Nicette,


