Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

97

Zimmerthüre wieder ein Orangeblütenbouquet, ganz denen ähnlich, welche ich ſonſt von Nicette erhielt. O gewiß, keine Andere hat es mir geſchickt; ſie iſt alſo doch in Paris, denkt noch an mich, liebt mich noch immer!

Während ſich ſolcherlei Gedanken in meinem Kopfe kreuzen, unterſuche ich das Bouquet, ob ihm nichts Geſchriebenes beigelegt iſt; ich finde aber gar nichts. Nun, ich will Frau Dupont fragen, wer an meiner Thüre geweſen ſei.

Ohne an meine Müdigkeit zu denken, ſteige ich raſch die Treppe hinab und trete bei der Portiére ein.Hat Jemand zu mir gewollt? Rein, mein Herr. Wie! man hat nicht nach mir gefragt. eine junge Dame? Ich verſichere Ihnen, mein Herr, daß ich Niemand geſehen habe. Ach! Sie ſehen nie Etwas; ſonſt bemerkten Sie auch nichts! Vie, mein Herr? Es iſt doch Jemand ge⸗ kommen... ich habe dieſes Bouquet in meinem Schlüſſelloche gefunden. Sehr kurios! man kann ſich in der Thüre geirrt haben. Geirrt? nein, man hat ſich nicht geirrt, ſie iſt da geweſen. Sie! wer denn? Deffnen Sie mir, Frau Du⸗ pont. Wiel mein Herr, Sie wollen jetzt aus⸗ gehen. warten Sie doch, bis das Ungewitter vorüber iſt... es regnet ſo ſtark. Oeffnen Sie mir, ſage ich!

Die Portiere wagt keine weitere Bemerkung. Ich gehe, weiß aber nicht, wohin.. Doch ich will Erkundigungen über Nicette einziehen und laufe

Paul de Kod. XCIV. 7