lich jetzt? Ich ſah noch Niemanden aus⸗ und ein⸗ gehen. Es muß ein rechter Stubenhocker ſein; ich bin gerade nicht neugierig, wünſchte aber doch mei⸗ nen Nachbar zu kennen und will mich deßhalb bei Frau Dupont erkundigen.
„Frau Dupont, haben Sie mir nicht geſagt, das Logis, welches ſonſt Raimund bewohnte, ſei ver⸗ miethet?— Gewiß, mein Herr; es ſtand keine acht Tage lang leer; man hat es ſogleich bezogen.— Aber ich ſehe doch keine Seele aus⸗ und eingehen und höre auch kein Geräuſch.— O, dieſe Perſon iſt ſehr ruhig, geht niemals aus und empfängt auch keinen Beſuch. Es geſchieht nicht aus Armuth, ſondern ſie ſcheint ſich eben nicht amüſiren zu wol⸗ len.— Es iſt eine Dame?— Ja, mein Herr; und was ihre Ehrbarkeit und ihre Sitten anbelangt, ſo läßt ſich nicht das Mindeſte dagegen ſagen.— Iſt es eine alte Frau?— Keineswegs, mein Herr, ſondern ein junges und ſehr ſchönes Frauenzimmer. — Wie! ſie iſt ſchön?— Ja, ſehr ſchön, ſo viel ich wegen des großen Hutes, den ſie befländig trägt, ſehen konnte.— Eine junge und ſchöne Frau allein! ohne Liebhaber! ohne Mann!— Sie will von Nie⸗ manden etwas, ſonſt würde ich es wohl wiſſen.— Aber ſie geht doch manchmal aus?— Morgens in aller Frühe, um ihren Bedarf einzukaufen„Sie ſchlafen alsdann noch und können ihr nicht begegnen. Nachher rührt ſie ſich nimmer.— Sonderbar!— Ich wollte ſchon hie und da mit ihr plandern, aber ſie ſpricht nicht: es laſſen ſich keine zwei Worte aus


