34
dereien, Viſiten, Feten und neuen Toiletten! Welche Quelle von Freuden!
Bis jetzt habe ich der Verſuchung nicht nachge⸗ geben, allmählig aber fange ich an zu glauben, daß eine ſolide Ehe doch beſſer iſt, als das fruchtloſe Herumſchwärmen um alle Schönen, die uns be⸗ zaubern. Seit langer Zeit beſchäftigt nur noch Eine meine Gedanken aber dieſe hat mich getäuſcht und ich muß ſie alſo vergeſſen.
Schon einige Tage her iſt meine Schweſter ganz beſonders vergnügt; ſie flüſtert öfters heimlich mit Deneterre, der zuletzt immer thut, was ſie will. Man rühmt mir noch mehr als ſonſt die Reize des Eheſtandes, ſpricht aber von keinem der jungen Frauenzimmer, die ich bereits geſehen habe.. gewiß, meine Schweſter führt etwas ganz Beſon⸗ deres im Schilde.
„Heute Abend,“ ſagt Amalie zu mir,„werde ich meine Loilette ein wenig ſorgfältiger machen. Du wirſt mich natürlich begleiten, mein lieber Eu⸗ gen? Man verſammelt ſich bei Madame Lepine (der Gemahlin des Wählers) und es ſoll eine ſehr große Geſellſchaft geben.— Wir ſcheint es, als ob ich immer dieſelben Geſichter ſehe.— O, dieſen Abend wirſt Du neue Bekanntſchaft machen; Ma⸗ dame von Ponchartrain iſt vom Lande zurückgekehrt und wird ſich bei der Reunion einfinden.— Wer iſt dieſe Madame von Ponchartrain?— Eine ſehr achtungswerthe Frau, mit ſiebentauſend Livres Renten und ſiebenzig Jahre alt.“ Dies iſt in der


