Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
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Die Reiſe hat mich ermüdet, der Anblick meiner Schweſter und ihres Mannes aber mich von meiner Melancholie befreit: denn alle Leiden nehmen mit der Zeit und durch Zerſtreuung ein Ende. Schon längſt habe ich nicht mehr ſo ruhig geſchlafen, wie jetzt, und wäre wahrſcheinlich den andern Morgen erſt ſehr ſpät aufgewacht, wenn nicht meine lieben Neffen es unternommen hätten, mich zu erwecken.

Um ſieben Uhr Morgens höre ich ein großes Geräuſch in meiner Kammer und fühle, daß man mich an meinen Beinen und einem Arme zieht. Ich öffne die Augen und ſehe, daß die beiden Kinder meiner Schweſter auf mein Bett geklettert find und ſich auf mir herumwälzen. Während ich die Jungen noch ſchlaftrunken anſtarre, erſchallt ein gewaltiges Gelächter hinter mir, und wie ich den Vorhang zurückziehe, erblicke ich Deneterre, der zwei Schritte von meinem Bette entfernt ſitzt und über mein Staunen lacht.

Nun, wie findeſt Du die Kleinen? fragt er. Wackere Bürſchchen, wie ich bemerke. Sind ſie nicht recht lieb 2 Sehr lieb, in der That. Die Schelme ſind voll Leben und die Fröhlichkeit ſelbſt. Das merke ich; ſage ihnen, ſie ſollen mich nicht ſo hart kneifen. Der da klammert ſich an meine Waden. Dies iſt nur Spiel, mein Lieber. Alle Morgen werde ich auf dieſelbe Weiſe geweckt. Sage mir, gibt es ein angenehmeres Vergnügen? Ja, für einen Vater mag es angenehm ſein, für einen Onkel aber hat es nicht denſelben Reiz.