will dieſen Weg zu Fuße machen. Es wird bereits dunkel, aber der Mond erhellt die Straße.
Schon erblicke ich die erſten Häuſer von Melun, einem hübſchen Städtchen, das ich vielleicht ange⸗ nehm finde, weil mir Paris unerträglich vorkommt. Soviel iſt wenigſtens gewiß, daß meine Ortsver⸗ änderung nothwendig Zerſtreuung herbeiführt; Zer⸗ ſtreung aber iſt das beſte Mittel gegen Leiden des Herzens und des Gemüthes. Uebrigens bin ich kein Werther und will meine Liebe und meinen Schmerz nicht in Wäldern oder am Rande von Abgründen nähren, ſondern ich ſuche mich zu heilen, was zwar weniger romantiſch, aber natürlicher iſt, und ich ſtimme jederzeit für das Natürliche.
Da ich mir die Adreſſe meiner Schweſter geben ließ, ſo finde ich bald Deneterre's Haus. Meine Schweſter erhebt ein Freudengeſchrei, als ſie mich erblickt; ſie fällt mir um den Hals und küßt mich⸗ „Biſt Du endlich da, mein lieber Eugen. Wahr⸗ haftig, ich hoffte nimmer, Dich vor nächſtem Früh⸗ jahre zu ſehen. Ach! es iſt ſehr ſchön, daß Du auch wieder an Deine gute Freunde denkſt.“
Ich ſage ihr nichts von Ricette, um welcher wil⸗ len ich allein Paris verließz auch will ich die weit⸗ läufigen Bemerkungen meiner lieben Amalie ver⸗ meiden, denn ſie iſt ein wenig geſchwätzig, was die Provinzbewohner in der Regel ſind, weil ſie nicht genug Beſchäftigungen haben, um ſich nicht in die Angelegenheiten ihrer Nachbarn zu miſchen.
Meine Schweſter läßt nun ihren Gemahl holen,


