Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

mich fortwährend an ſie und nährt meine Liebe. Eine Ortsveränderung aber und die allesbeſiegende Zeit werden mich von meiner thörichten Leidenſchaft heilen. in

Ich will meine Schweſter beſuchen; ſie erwartet mich nicht mehr, wird mich aber immer mit Freude empfangen. Ich werde dort wenigſtens Weſen fin⸗ den, die mich lieben, und dies wird mir bei meiner Gemüthsſtimmung ſehr wohl thun.

Die Anſtalten zu meiner Abreiſe ſind ſchnell ge⸗ troffen. Ich ſchließe mein Logis, behalte es jedoch, obwohl ich feſt entſchloſſen bin, daſſelbe nimmer zu bewohnen. Frau Dupont erhält von mir den Be⸗

fehl, Niemand hineinzulaſſen. Dann bezahle ich

zwei Lermine zum Voraus und reiſe zu meiner Schweſter ab.

Zweites Kapitel. Das Leben in der Provinz.

Auf dem Landgute, das meine Schweſter ge⸗ wöhnlich bewohnt, ankommend, bemerke ich von Ferne, daß die Fenſterläden geſchloſſen find. Sollte Amalie mit ihrem Gatten verreist ſein? Dies hätte ſie mir gewiß geſchrieben. Ich läute am Hofthore; der Gärtner öffnet und ſagt, Herr und Frau Dene⸗ terre leben den Winter über in Melun und beſuchen nur Sonntags bei ſchönem Wetter ihr Landhaus.

Melun iſt nur eine kleine Stunde entfernt. Ich