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Ich vermag eine Regung des Zornes nicht zu„ beherrſchen.„Einen ſolchen Kerl liebt ſie alſo!“ denke ich und ſtehe raſch auf. Raimund, den mein Benehmen erſchreckt hat, verbirgt ſich von Neuem unter der Bettdecke.„Haben Sie wieder Krämpfe?“ ruft er, ohne ſich zu zeigen.—„Nein, nein, es hat nichts zu bedeuten Adieu, Herr Raimund, ſeien Sie glücklich, und beſonders, machen Sie Nicette glücklich.“
Mit dieſen Worten verlaſſe ich Raimund und ſchließe mich in mein Zimmer ein. Hier kann ich wenigſtens meinen Gefühlen Luft machen. Meine Seele iſt abwechslungsweiſe eine Beute der Liebe, der Eiferſucht, des Haſſes und der düſterſten Melan⸗ cholie. Indeß will ich mich faſſen und eine Schwach⸗ heit bekämpfen, worüber ich erröthe. Acht Tage lang beſuche ich Geſellſchaften und gehe Allem nach, was man Vergnügen nennt.. aber was mich ſonſt freute, hat jetzt keinen Reiz mehr für mich. Ich be⸗ ſuche Bälle, Theater, Concerte, Feten und glän⸗ zende Soiréen. überall nichts als Langeweile Eine Niedergeſchlagenheit verfolgt mich, über die ich nicht Herr werden kann..
Zu Hauſe iſt es mir wohler.. ich ſuche inf neue Qualen in meinen Erinnerungen, aber dieſe Qualen haben einen Reiz⸗ den mir kein geſellſchaft⸗ liches Vergnügen gewährt. Wenn ich Nicette jedoch vergeſſen will, ſo muß ich dieſe Wohnung verlaſſen. denn der Umſtand, daß ſie in meinem Zimmer weilte, daß ſie in meinem Bette ſchlief, erinnert
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