Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
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liges Klingeln bleibt mir der Glockenzug in der Hand, und jetzt erſt höre ich ein Geräuſch; ich er⸗ kenne Raimunds ſchweren Gang und ſeine näſelnde Stimme fragt:

Wer macht vor ſieben Uhr einen ſolchen Lär⸗ men an meiner Thüre? Es iſt abſcheulich, auf dieſe Weiſe Jemanden auſzuwecken! Ich bin's, Herr Nachbar, ich, Dorſan, will mit Ihnen ſprechen.

Einige Minuten ſchweigt Raimund und als er endlich Antwort gibt, erkenne ich aus ſeinem Tone, daß er mit meinem Beſuche eben nicht zufrieden ift.

Wie, Sie ſind's, mein lieber Nachbar? Ja, ich bin's. Was führt Sie ſo frühe zu mir? Sie werden es erfahren; öffnen Sie nur, ich ſpreche nicht gerne durch eine Thüre hindurch. Aber, ich bin ja im Hemde. Ei, was thut's? Im Hemd, nackt oder angekleidet: ich habe keine Luſt, Ihre werthe Perſon zu muſtern; öffnen Sie jetzt und Sie können ſich ja wieder niederlegen; dies wird mich nicht hindern, mit Ihnen zu ſprechen. Ich habe faſt die ganze Nacht hindurch Feſtgedichte gemacht und möchte noch ein wenig ſchlafen. Mordele⸗ ment! Herr Raimund, öffnen Sie oder ich trete Ihre Thüre ein.

Raimund ließ mich dieſe Drohung nicht wieder⸗ holen, ſondern öffnete ſeine Thüre, ſchlüpfte aber raſch durch das kleine Vorzimmer und begrub ſich unter der Bettdecke, ſo daß nur ſeine Naſenſpitze und ſeine großen, unruhig umherrollenden ſichtbar waren.