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Dem, der da wartet, kommt die Zeit ſehr lang vor, noch länger aber dem, der leidet und in Angſt ſchwebt. Die Nacht will gar nicht heranrücken. Je⸗ doch, wir haben Oktober, und um ſechs Uhr muß der Tag zu Ende gehen. Die Pendule des Café's zeigt erſt halb ſechs. gewiß geht dieſelbe nach. will doch nach meiner Taſchenuhr ſchauen.. fünf Uhr fünfundzwanzig Minuten! das iſt grauſam. Ich verſuche, meinen Punſch zu trinken, kann ihn aber unmöglich hinunterbringen und doch habe ich noch nicht dinirt.
Endlich neigt ſich der Tag... aber wie werde ich in den Laden ſehen? Wie meinen Nebenbuhler erkennen?.. Hoffentlich wird Ricette ein Licht an⸗ zünden.. Ja, ſo eben geſchieht dies; ſie bringt ihre Blumen hinein.„. Welche Traurigkeit, welche Melancholie liegt in ihrem ganzen Weſen; ſie ſetzt ſich in ihrer Bude an den Tiſch, ſchreibt aber nicht mehr, ſondern ſeufzt und blickt oft nach der Straße. Sie wartet auf Jemand. aber nimmer auf mich.
Es iſt beinahe ſieben Uhr, und noch will der Erwartete nicht erſcheinen.. Wenn er nicht käme.. wäre ich dann glücklicher? Hat ſie nicht dieſen Morgen ſelbſt zugeſtanden, daß ich die Wahr⸗ heit wiſſe? Hat ihr Erröthen und ihre Verlegenheit es mir nicht deutlich genug geſagt?..
Ein Herr erſcheint, tritt in die Bude und ſetzt ſich neben Nicette.. Großer Gott! Täuſchen mich etwa meine Augen? Es iſt Raimund.. Raimund bei Ri⸗ cette. Raimund ihr Geliebter! wäre dies möglich?


