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lofigkeiten ſchmerzten mich nicht ſo ſehr, wie Ni⸗ cettens Unbeſtändigkeit. Sie ſah wohl, daß ich ſie liebte.. die Frauenzimmer ſehen dies auf den erſten Blick. und ſie that Alles, um mir zu ge⸗ fallen. Noch ſo jung, und mit Liebe, Zartgeſühl und Dankbarkeit ſchon ein ſo falſches Spiel trei⸗ ben!... Ach! ich werde an nichts mehr glauben.
Bevor ich ſie aber ganz vergeſſe, will ich doch denjenigen ſehen, der in ihrem Herzen meine Stelle einnimmt, der ihr gefällt, den ſie liebt. Ach, wie glücklich iſt er! Ich gäbe jetzt mein ganzes Ver⸗ mögen hin, um von Nicetten geliebt zu werden.
Er kommt jeden Abend, hat der Commiſſivnär geſagt. Gut! Heute werde ich ihn ſehen. Dem Blumenladen beinahe gegenüber iſt ein Kaffeehaus; da kann ich warten, ohne bemerkt zu werden, denn ich will nicht, daß die Undankbare alle Qualen meines ſchwachen Herzens mit anſehe.
Ich bringe den Tag hin, ſo gut es geht, und mit dem Schlage fünf Uhr begebe ich mich in die Rue St. Honoré. Nachdem ich mich ſchon von Weitem überzeugt habe, daß Nicette nicht an ihrer Laden⸗ thüre ſteht, ſchleiche ich unbemerkt in das Café, ſetze mich an einen Tiſch, in der Nähe der Fenſter und verlange eine halbe Bowle Punſch, weil ich natürlich viel Zeit brauche, um dieſelbe zu trinken. Dem Kellner fällt dieſes auf.. er hält mich natür⸗ lich für einen Engländer oder Flammänder. meinet⸗ wegen! Ich ergreife ein Journal und laſſe jetzt die Blumenbude nimmer aus den Augen.


