104
Marſan noch ein Feſt in ihrem Landhauſe geben. Als theatraliſche Stücke werden der„Barbier von Sevilla,“ und„Fanchon la Vielleuſe“ gewählt. Frau von Marſan wünſcht, daß ich eine Rolle über⸗ nehme. Nach einigem Zögern entſchließe ich mich, den Lindor zu ſpielen, und ſie ſpielt die Roſine. Auch Raimund ſpielt eine Rolle. Herr von Mar⸗ ſan aber nimmt keinen Theil an der Komödie; bei großen Feten find die Ehemänner nur gut, um Geld herzugeben.
Nun verfolgt mich Raimund wie ein Quälgeiſt mit ſeinem ewigen Geſchwätz von der den Komödie.
„Anſtatt dieſe Fanchon, ſagt mein Nachbar jeden Morgen,„hätte man ein kleines neues Stück ſpielen ſollen. Ich würde ſchon eines gemacht haben. Doch es iſt nun einmal ſo. Uebrigens hätte ich doch lieber den Offizier, als den Abbé geſpielt.. dieſe Rolle würde mir beſſer zu meiner Figur und Hal⸗ tung paſſen doch, ich will den Abbé aus Ge⸗ fälligkeit ſpielen.. ich bringe ja gerne ein Opfer. Ich hoffe indeß, man werde, wenn die Zeit hin⸗ reicht, noch vor dem Feſte eine kleine Oper:„die von Venus beſchützten Liebenden“ ſpielen.. ſie hat nur drei Acte. ſehen Sie, hier iſt der erſte Art.— Ich ſtudire meine Rolle.— Thut nichts; ich wünſchte von Ihnen ein Urtheil. Das Theater ftellt eine prächtige Landſchaft vor, wo man Anſtalten zur Hochzeit der Liebenden trifft. Die Prinzeſſin beginnt alſo:„Prinz. hier an dieſem


