Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

103

meinen Kopf beſchäftigen, um mein Herz zu be⸗ ruhigen. Dadurch werden meine neuen Thorheiten wenigſtens einen entſchuldbaren Beweggrund haben.

Achtes Kapitel. Die bürgerliche Komödie Die Probe.

Seit einigen Tagen iſt mein Benehmen ſehr klug. Ich mache der Frau von Marſan, über die mein Nachbar ſicherlich zu viel geſagt hat, den Hof; ich beſuche Ricette Abends nicht mehr, und wenn ich Morgens an ihrer Bude vorbeigehe, ſo wünſche ich ihr einen guten Tag, ohne mich auf⸗ zuhalten. Ihre Trauer zeigt mir, welchen Verluſt ſie erlitten hatz aber ich habe ſie noch nicht um die näheren Umſtände des Todes der Frau gefragt.

Frau von Marſan iſt eine ſehr tiebenwürige und ſehr kokette Dame, faſt beſtändig von einem Haufen Anbeter umlagert; doch bin ich nicht ſo ſehr verliebt, um eiferſüchtig zu werden. Ihre Soiréen ſind köſtlich: die Geſellſchaft gewählt, die Frauen⸗ zimmer hübſch, die Herren von gutem Tone. Es herrſcht kein läſtiger Zwang, ſondern eine anſtändige Freiheit dabei. Es wird Mufik gemacht, und man ſpielt auch, aber ohne Leidenſchaft.

Der Monat Oktober naht heran und ehe der Winter ſeine Bälle wieder bringt, will Frau von