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auf, Jungfer Nicette; Ihre Mutter iſt ſehr krank; ſie will Sie ſehen.“
Ricette öffnet und erkennt das Mädchen einer Nachbarin, der Madame Jerome. Die Kleine be⸗ nachrichtigt Nicette, ihre Mutter habe einen Schlag⸗ anfall bekommen in Folge eines heftigen Streites mit ihrer Tochter Franziska und da ſie nun ſehr krank ſei, ſo habe ſie den Wunſch ausgedrückt, ihr Kind, welches ſie einſt ſo ungerechter Weiſe fort⸗ jagte, wieder zu ſehen.
In einem Augenblicke hatte Nicette ihre Haube aufgeſetzt und ihre Schürze umgebunden.„Adieu, adieu, Herr Dorſan,“ ſagt ſie zu mir mit bewegter Stimme und thränenſchweren Augen;„meine Mutter iſt krank, ach! ich muß jetzt alles Andere vergeſſen.“
Wir verlaſſen die Bude. Ricette ergreift den
Arm des Mädchens und eilt ſo ſehr, daß dieſe ihr
nur mit Mühe folgen kann. Ich verliere ſie bald aus dem Geſichte.
Liebenswürdiges Mädchen! Du vereinigſt alle Tugenden; ich liebe dich mehr, als ich glaubte.. mehr, als ich jemals geliebt habe Der größte Beweis von meiner aufrichtigen Liebe iſt, daß ich bisher deine Unſchuld ehrte; aber ich fühle, Abends darf ich dich nicht wieder ſehen; allein bei dir zu ſein, wäre gefährlich.„ Wenn man nicht an die Thüre geklopft hätte.. ſo weiß ich nicht, wie es gegangen wäre.
Jetzt muß ich zu Frau von Marſan zurückkehren, um mich Nicettens wegen zu zerſtreuen, ich muß


