Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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Ich habe ihre Hände ergriffen und drücke ſie in die meinigen.„Wahrlich, Nicette, ich verdiene nicht ſo viele Freundſchaft wenn Sie mich ge⸗ nauer kennen würden!— Ach! ich kenne Sie aus dem, was Sie für mich gethan haben.— Sind Sie jetzt glücklich?— Ja, mein Herr, ich könnte nicht glücklicher ſein.“

Der Ton, mit welchem ſie dieſes ſagt, ſo wie ihre melancholiſche Geſichtsfarbe geben mir Vieles zu denken.

„Nicette, ich finde Sie verändert.— Wie ſo, mein Herr?— Sie ſind bleich ein wenig ab⸗ gemagert.— Ich bin jedoch nicht krank.— Viel⸗ leicht kommt es von dieſem Blumendufte.— O, ich bin ſchon längſt daran gewöhnt.— Sie ſehen nim⸗ mer ſo heiter aus wie früher, als wir das erſte⸗ mal einander begegneten.— Ach! man bleibt ſich nicht immer gleich.— Jedoch, wenn Sie keinen Kummer haben.— Nein, mein Herr, das nicht. — Ihre Augen beweiſen mit das Gegentheil.. Liebe Nicette, Sie haben geweint.— Nein, mein Herr; und wenn dies auch der Fall wäre man weint manchmal ohne zu wiſſen warum und ohne daß man Kummer hat.“

Wir ſchweigen. Ich mag nicht weiter fragen, denn ich glaube ihren Schmerz zu errathen. Sie blickt mich nicht mehr an, wahrſcheinlich weil ſie fürchtet, ich leſe in ihren Augen. Sie bleibt nach⸗ denkend und ſtumm. Ich kann nimmer ſprechen. Ihre Traurigkeit iſt in mein Herz übergegangen..