Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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Abend? Nein, das wäre zu bald. Ich will mich nimmer ſo ſchnell in einen Liebeshandel einlaſſen, ſondern vorher den Charakter derjenigen, welche mir gefällt, kennen lernen... Doch was helfen alle Vorſätze? Schon ſteht mein Herz wieder in hellen Flammen. Ach! ich bin unverbeſſerlich.

Erſt in zwei Tagen werde ich der Frau von Marſan wieder meine Aufwartung machen. Bis dahin bedarf ich der Zerſtreuung; nicht als ob ich noch an Mamſell Caroline dächte, o! von dieſer Leidenſchaft bin ich vollkommen geheilt und glaube jetzt ſogar, daß die Wunde niemals tief geweſen iſt. Indeß, wenn ich mir ſelbſt überlaſſen bin, wird meine natürliche Ungeduld mich zu Frau von Marſan treiben. Aber iſt denn nicht Nicette ein Mittel gegen Langeweile und beſonders gegen neue Liebſchaften? Ich will ſie alſo auffuchen; doch jetzt kann es nicht ſein: es iſt erſt zwei Uhr, man würde mich mit ihr plaudern ſehen, und dies will ich ver⸗ meiden. Ich muß die Nacht abwarten; indeſſen will ich nach Hauſe gehen und meine Sachen ein wenig ordnen.

Zu Hauſe iſt ein Brief von meiner Schweſter. Arme Amalie! ſie beklagt ſich, daß ich ſie ganz vergeſſe; in der That, wir haben bereits Septem⸗ ber und noch habe ich ſie nicht beſucht. Wenn man auf zwei oder drei Tage hingehen könnte aber

unmöglich!„ wenn ich dort bin, ſo läßt man

mich nimmer nach Paris. Sie ſchreibt mir von einer ſüperben Partie, welche ſie für mich ausgeſucht