Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

92

kannt und laſſen ſich immer leicht auffinden; nur verſchämte Arme kennt Niemand und ſie werden eben ſo ſelten geſucht.

Im Faubourg St. Honoré frage ich nach Herrn von Marſan; drei bis vier Perſonen beeilen ſich, mir mit dem Finger ſeine Wohnung zu zeigen. Herr von Marſan muß ein ſehr reicher Mann ſein; Jeder kennt ihn oder will ihn wenigſtens kennen. Um den Reichthum iſt es doch etwas Schönes!

Das Haus iſt wirklich ſehr hübſch, vielleicht weniger elegant und luxuriös als Grandmaiſon's Hotel, aber ich vermuthe, daß es mehr einträgt, und bei einem Geſchäftsmanne, der zu rechnen weiß, muß dieſer Vortheil alle anderen überwiegen.

Es iſt erſt Mittag; werde ich Frau von Marſan ſehen können? Es iſt das erſtemal, daß ich zu ſo früher Stunde einer hübſchen Dame, und zwar einer hübſchen Dame, die faſt ihre dreißig Jahre zählt, meine Aufwartung machen will. Je weiter ſich die Frauenzimmer von ihrem Frühlinge ent⸗ fernen, deſto mehr Zeit verwenden ſie auf ihre Toilette und können deßhalb erſt ſpät Beſuch an⸗ nehmen. Mit fünfzehn Jahren geben ſie ſich wie ſie ſind, mit zwanzig treten ſie in einem einfache Ne⸗ glige auf, mit fünfundzwanzig betrachtet man ſich einige Zeit vor dem Erſcheinen im Spiegel, mit dreißig verwenden ſie große Sorgfalt auf ihre Toi⸗ lette, mit ſechsunddreißig.. dies würde uns zu weit führen.

Der Portier weist mich in den erſten Stock