Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

—

—

8

auf den Tod des Lieblingshundes der Marquiſe Deſormeaux leſen?— Danke ſchön; ich bin Ihnen ſehr verbunden.— Sie hatten ausgezeichnete Er⸗ folge Alle Damen ſagten lächelnd, ſie würden bei mir die Grabſchriften ihrer Männer beßtellen. Der Anfang des Gedichtes iſt köſtlich:

O Naturhund, treues Thier!“

— Den Ausdruck Naturmenſch habe ich ſchon gehört, aber noch nie wurde meines Wiſſens dieſes Epitheton einem Hunde beigelegt.—„Sie glauben alſo, mein lieber Herr Nachbar, daß es auch ver⸗ dorbene Thiere gibt?— Warum nicht?— Sie ſe⸗ hen es ja alle Tage. Jene armen Thiere, die man tanzen, Complimente machen und andere Kunſtſtücke aufführen läßt, haben eine Erziehung genoſſen. Der Hund der Marquiſe lebte nur nach ſeinem eigenen Willen; er biß Jedermann, der ſich ſeiner Gebieterin näherte, und ſprang während des Diners auf den Liſch, um ſein Freſſen ſelbſt aus den Schüſſeln und Tellern zu holen. Dies iſt Naturell; und ich be⸗ haupte, daß der Ausdruck Naturhund eine außer⸗ ordentlich glückliche Idee iſt.— Gut, Herr Raimund, aber ſputen Sie ſich doch auch ein wenig; wenn Sie zu jedem Theile ihrer Toilette ſo viel Zeit brauchen, ſo werden wir erſt Nachts ankommen— Jetzt bin ich fertig, habe die Schuhe und Hoſen an... aber mir ſcheint's, als ob die Hoſen hinten eine Falte ſchlagen.— Wenn Sie den Rock anhaben, ſo ſieht mans nicht.— Ja, aber beim Gehen oder Tanzen öffnet ſich der Rock.— O, dieſe Falte hat