Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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einem Vater zu verzeihen, wenn er ſeinen Sohn für ein Wunder von Schönheit, Geiſt und Talenten hält: die väterliche Liebe kann leicht irre leiten; aber wahren wir wenigſtens unſere Ueberzeugung, nöthigen wir ja nicht die Fremden, bei der Erzäh⸗ lung eines Schelmenſtreichs in Verzückung zu ge⸗ rathen, mit andächtiger Stille eine ſchon oft her⸗ untergehaſpelte Fabel anzuhören und voll Bewun⸗ derung vor triefenden Augen, platter Naſe und weit herabhängendem Kinne ſiehen zu bleiben, welche Reize nur einen Vater bezaubern können. Wenn es weniger Schmeichler gäbe, wie viele Leute, die jetzt unerträglich find, weil man ſie verdorben hat, würden dann die Zierde der Geſellſchaft ausmachen! Man ſpare den Enthuſiasmus für die Dichter und Künſtler, welche durch ihre Talente über jedem Lob erhaben ſtehen. Ohne Zweifel mußten Moliére's und Voltaire's Zeitgenoſſen dieſen hohen Geiſtern die verdienten Huldigungen darbringen; aber ſolchen Männern bezeugt man nicht durch fade Compli⸗ mente, durch eitle Lobſprüche ſeine Bewunderungz große Talente find ſtolz auf den Beifall der Gebil⸗ deten, ſie verachten dagegen die niedrige Schmei⸗ chelei der Thoren.

„Als Voltaire Ferney bewohnte, unterließen die Reiſenden, welche vermöge ihres Ranges oder ihrer Verdienſte Zutritt bei ihm zu erhalten hofften, nie⸗ mals, ſelbſt wenn ſie einen Umweg machen mußten, die Einſiedelei des Philoſophen zu beſuchen; ZJeder war begierig, den außerordentlichen Mann zu ſehen⸗