Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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21 iſt doch in den Augen dieſer Dämchen lieb zum Freſſen. Es liegt viel Wahres in dem, was Sie da ſagen, Herr Nachbar; im Allgemeinen aber verdirbt die Schmeichelei Männer und Weiber; werfen wir uns ihnen nicht zu Füßen, ſo können ſie auch nicht auf uns herabſehen. Die Schmeichler, die Höflinge, die Speichellecker ſchleichen ſich überall ein und verderben oft vas glücklichſte Naturell. Leider ſind die Könige mehr als alle Anderen von dieſem knechtiſchen Schwarm umgeben, der fort⸗ während Lobhudeleien in ihre Ohren ſummt. Lud⸗ wig Kl. hatte mehr Höflinge, als Ludwig KlI., Karl IK. mehr Schmeichler, als Heinrich IV.; Riche⸗ lien und Mazarin thaten keinen Schritt, ohne von einer Menge Höflinge umgeben zu ſein; man fürch⸗ tete ſie, man zitterte vor ihnen, aber man demü⸗ thigte ſich, man machte Verſe auf ſie. Sully und und Colbert hatten Bewunderer, die Schmeichler aber wußten ſie ferne zu halten; fie dachten zu edel als daß ihnen Leute nahen durften, welche ſie ver⸗ achteten. Wenn häufige Huldigungen die menſchliche Eitelkeit nicht kitzelten, wenn viele Lobſprüche uns nicht ein allzugroßes Vertrauen auf unſer Verdienſt einflößten, wie manchen Fehler hätten dann jene Helden, jene großen Heerführer vermieden, die in mißlicher Lage den Rath weiſer Männer ver⸗ ſchmähten, weil ſie nur an die Lobſprüche der Schmeichelei gewöhnt waren, weil ſie ſich für un⸗ beſiegbar hielten, weil tauſend Stimmen ihnen dies wiederholt hatten und weil derjenige, den